DAS KB

DAS KOMPETENZNETZWERK BIBLIOMETRIE

Die Gover­nance­for­men in der Wissen­schaft haben sich in den letzten Jahren deutlich gewan­delt. Stärke­re Wettbe­werbs­ori­en­tie­rung, Inter­na­tio­na­li­sie­rung, Output-orien­tier­te Steue­rungs­me­cha­nis­men, Evalua­ti­on, verstärk­te antrags­ge­bun­de­ne Finan­zie­rung, öffent­li­che Rechen­schafts­le­gung, Quali­täts­ma­nage­ment, Profil­bil­dung und strate­gi­sche Forschungs­pla­nung sind nur einige Stich­wor­te, die häufig unter der Sammel­be­zeich­nung New Public Manage­ment zusam­men­ge­fasst werden.

Ein derar­ti­ges Steue­rungs­sys­tem benötigt nicht nur valide Infor­ma­tio­nen über Input‑, Output und Prozess­pa­ra­me­ter auf unter­schied­lichs­ten Ebenen, sondern bedarf auch einer sorgfäl­ti­gen Analy­se der Produk­ti­ons­be­din­gun­gen von Wissen, ihrer Verän­de­run­gen und der Folgen von Inter­ven­tio­nen. Insofern ist nicht nur die Wissen­schafts­po­li­tik, sondern sind auch andere Akteu­re wie die Forschungs­för­de­rer, Zeitschrif­ten­her­aus­ge­ber, die Wirtschaft, zivil­ge­sell­schaft­li­che Akteu­re und die Öffent­lich­keit auf szien­to­me­tri­sche Infor­ma­tio­nen, die hinsicht­lich ihrer Aussa­ge­kraft regel­mä­ßig geprüft werden, angewiesen.

Eine der zentra­len Infor­ma­ti­ons­quel­len stellt dabei das wissen­schaft­li­che Kommu­ni­ka­ti­ons­sys­tem dar, über das die Verbrei­tung und Validie­rung wissen­schaft­li­cher Erkennt­nis­se organi­siert wird. Die Biblio­me­trie nutzt die im Kommu­ni­ka­ti­ons­pro­zess anfal­len­den Infor­ma­tio­nen über Autoren, Journa­le, Insti­tu­tio­nen, Förde­rer und Themen und verar­bei­tet diese zu Indika­to­ren, Struk­tur­dar­stel­lun­gen und Kennzahlen.

Das Kompe­tenz­netz­werk Biblio­me­trie für die deutsche Wissen­schaft, seit Ende 2008 durch das Bundes­mi­nis­te­ri­um für Bildung und Forschung (BMBF) geför­dert, hat hierzu eine quali­täts­ge­si­cher­te Inhouse Daten­in­fra­struk­tur, basie­rend auf den Daten­ban­ken Scopus (Elsevier), Web of Science (Clari­va­te Analy­tics) und neuer­dings OpenAl­ex (OurRe­se­arch), aufge­baut und nutzt diese zur Entwick­lung und Weiter­ent­wick­lung von Analy­se­me­tho­den und Indikatoren.

Die Ziele und Aufga­ben des Kompe­tenz­netz­werks Biblio­me­trie sind

  • der Auf- und Ausbau sowie die Pflege einer quali­ta­tiv gesicher­ten Daten­in­fra­struk­tur für biblio­me­tri­sche Anwendungen,
  • die Entwick­lung geeig­ne­ter biblio­me­tri­scher Metho­den und Indikatoren,
  • Forschung zur Wirkung und Aussa­ge­kraft biblio­me­tri­scher Verfah­ren und Indikatoren,
  • die Förde­rung des wissen­schaft­li­chen Nachwuch­ses im Bereich der Bibliometrie,
  • Bereit­stel­lung von Dienst­leis­tun­gen, insbe­son­de­re in Form von biblio­me­tri­schen Analy­sen, für Dritte, sowie Beratung bei der Anwen­dung und Inter­pre­ta­ti­on von biblio­me­tri­schen Informationen.

Die Aktivi­tä­ten des Kompe­tenz­netz­werks Biblio­me­trie werden durch eine Geschäfts­stel­le koordi­niert und unter­stützt. Die Geschäfts­stel­le wird betrie­ben durch das DZHW.

Das Kompe­tenz­netz­werk Biblio­me­trie wird vom Bundes­mi­nis­te­ri­um für Bildung und Forschung im Rahmen seiner Aktivi­tä­ten im Förder­schwer­punkt Wissen­schafts- und Hochschul­for­schung geför­dert. (Förder­kenn­zei­chen: 16WIK2101A.)

Organi­sa­ti­on

Reprä­sen­tan­ten der betei­lig­ten Einrich­tun­gen in der Versamm­lung der Konsortialpartner:

  • Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissen­schafts­for­schung (DZHW):
    Dr. Stephan Stahl­schmidt | Marion Schmidt
  • Fraun­ho­fer-Insti­tut für System- und Innova­ti­ons­for­schung (ISI):
    Dr. Rainer Frietsch | Dr. Henning Kroll
  • Insti­tu­te for Inter­di­sci­pli­na­ry Studies of Science (I²SoS), Univer­si­tät Bielefeld:
    Dr. Niels Taubert | Chris­to­pher Lenke
  • Leibniz-Insti­tut für Infor­ma­ti­ons­in­fra­struk­tur FIZ Karls­ru­he (FIZ):
    Dr. Thomas Bausen­wein | Prof. Dr. Wolfram Horst­mann | Chris­ti­ne Rimmert
  • Forschungs­zen­trum Jülich GmbH (FZJ):
    Dr. Bernhard Mitter­mai­er | Andre­as Meier
  • Max-Planck-Gesell­schaft, vertre­ten durch die Max-Planck-Digital Libra­ry (MPDL), München:
    Margit Palzen­ber­ger | Katja Heidbach
  • GESIS – Leibniz-Insti­tut für Sozial­wis­sen­schaf­ten, Mannheim/Köln:
    Dr. Philipp Mayr-Schle­gel | Fakhri Momeni
  • ZBW Leibniz-Infor­ma­ti­ons­zen­trum Wirtschaft:
    Prof. Dr. Isabel­la Peters | Steffen Lemke
  • ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäi­sche Wirtschafts­for­schung GmbH:
    Prof. Dr. Hanna Hotten­rott | Dr. Basti­an Krieger
  • Chris­ti­an-Albrechts-Univer­si­tät zu Kiel:
    Prof. Dr. Carsten Schulz | Tetya­na Melnychuk
  • Univer­si­tät Kassel, Inter­na­tio­nal Center for Higher Educa­ti­on Research (INCHER):
    Prof. Dr. Guido Bünstorf | Dr. Johan­nes König
  • Humboldt-Univer­si­tät zu Berlin, Insti­tut für Biblio­theks- und Informationswissenschaft:
    Prof. Dr. Martin Reinhart | Dr. Stephan Gauch
  • RWTH Aachen, Human Techno­lo­gy Center (HumTech):
    Prof. Dr. Stefan Böschen
  • Gottfried Wilhelm-Leibniz-Univer­si­tät Hanno­ver, Leibniz Forschungs­zen­trum Wissen­schaft und Gesellschaft:
    Prof. Dr. Anna Kosmützky
  • Techni­sche Univer­si­tät Berlin, Fachge­biet Sozial­wis­sen­schaft­li­che Wissen­schafts- und Technikforschung:
    Prof. Dr. Jochen Gläser
  • Georg-August-Univer­si­tät Göttin­gen, Nieder­säch­si­sche Staats- und Univer­si­täts­bi­blio­thek Göttingen:
    Naiko Jahn
  • Fraun­ho­fer-Gesell­schaft zur Förde­rung der angewand­ten Forschung (IRB):
    Eric Retzlaff
  • Fraun­ho­fer-Gesell­schaft zur Förde­rung der angewand­ten Forschung (INT):
    Dr. Miloš Jovano­vić | Dr. Marcus John
  • Fried­rich-Schil­ler-Univer­si­tät Jena:
    Prof. Dr. Uwe Cantner | Dr. Nils Grashof
  • Techni­sche Univer­si­tät Ilmen­au, Insti­tut für Volkswirtschaftslehre:
    Prof. Dr. Thomas Grebel | Xijie Zhang
  • Techni­sche Univer­si­tät München:
    Prof. Dr. Hanna Hotten­rott | Dr. Thomas Schaper
  • Geschäfts­stel­le der Exper­ten­kom­mis­si­on Forschung und Innova­ti­on (EFI):
    Dr. Johan­nes Stiller | Dr. Helge Dauchert

Vorsitz der Versamm­lung der Konsortialpartner:

Vorsit­zen­der:
Profes­sor Dr. Wolfram Horst­mann (Leibniz-Insti­tut für Infor­ma­ti­ons­in­fra­struk­tur FIZ Karls­ru­he (FIZ)) | Stell­ver­tre­ter: Profes­sor Uwe Cantner (Univer­si­tät Jena)

Geschäfts­stel­le:

Dr. Stephan Stahl­schmidt; Marion Schmidt

Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissen­schafts­for­schung GmbH (DZHW)
Abtei­lung Forschungs­sys­tem und Wissenschaftsdynamik
Schüt­zen­stra­ße 6a
10117 Berlin
kb(at)dzhw.eu

Projekt­trä­ger:

VDI/VDE Technik + Innova­ti­on GmbH
Stein­platz 1
10623 Berlin

Geschich­te des Kompetenznetzwerks

Das Kompe­tenz­netz­werk Biblio­me­trie wird seit Ende 2008 durch das Bundes­mi­nis­te­ri­um für Bildung und Forschung (BMBF) geför­dert. Ziel der ersten Phase war der Aufbau einer quali­täts­ge­si­cher­ten Daten­bank­in­fra­struk­tur und deren Nutzbar­ma­chung für Evalua­tions- und Monito­ring-Zwecke. Im Fokus stand insbe­son­de­re die Säube­rung und Disam­bi­gu­ie­rung der Adress­ein­trä­ge und der Entwick­lung möglichst automa­ti­sier­ter Proze­du­ren, um diese Prozes­se konti­nu­ier­lich fortfüh­ren zu können und die von den Daten­bank­her­stel­lern eintref­fen­den Liefe­run­gen neuer Daten fortlau­fend kodie­ren zu können.

Der Fokus der verschie­de­nen Forschungs­pro­jek­te, die in dieser Phase bearbei­tet wurden, lag ebenfalls auf Fragen, die der Erwei­te­rung und Quali­täts­si­che­rung der Daten­ba­sis dienten, sowie der Indika­tor­ent­wick­lung. Darüber hinaus wurden erste Machbar­keits- und Pilot­stu­di­en durch­ge­führt. Ein Schwer­punkt der Arbei­ten lag auf der Entwick­lung einer Fehler­leh­re und der Weiter­ent­wick­lung der Theorie biblio­me­tri­scher Messun­gen. Die Erfah­run­gen und Korrek­tu­ren, die durch die Konsor­ti­al­part­ner beim Einsatz der entwi­ckel­ten Instru­men­te gemacht wurden, sind in die Daten­bank zurück­ge­flos­sen und wurden so nachhal­tig nutzbar gemacht.

Infor­ma­tio­nen zu den konkre­ten in dieser Phase bearbei­te­ten Projek­ten finden sich hier.

Evalua­ti­on 2016

Das Projekt Kompe­tenz­zen­trum Biblio­me­trie wurde 2016 im Auftrag des Bundes­mi­nis­te­ri­ums für Bildung und Forschung von einer unabhän­gi­gen Exper­ten­kom­mis­si­on begut­ach­tet. Im Ergeb­nis empfiehlt die Gutach­ter­grup­pe die Fortfüh­rung des Projek­tes in seinen Kernaspek­ten sowie die Auswei­tung der Aktivi­tä­ten und organi­sa­to­ri­sche Änderun­gen in spezi­fi­schen Bereichen.

Bericht der Evaluationskommission

Beirat

Der wissen­schaft­li­che Beirat berät die Konsor­ti­al­part­ner bei der Durch­füh­rung ihrer Tätig­kei­ten. Ihm gehören bis zu fünf Mitglie­der an, die sich durch Exper­ti­se in der Biblio­me­trie auszeichnen.
Die Mitglie­der des wissen­schaft­li­chen Beirats werden durch das Bundes­mi­nis­te­ri­um für Bildung und Forschung (BMBF) für die Dauer von drei Jahren eingesetzt.

Mitglie­der

  • Prof. Dr. Stefa­nie Haustein (Spreche­rin), Univer­si­ty of Ottawa
  • Prof. Dr. Simone Fulda, Chris­ti­an-Albrechts-Univer­si­tät Kiel
  • Dr. Matthi­as Kreysing, Univer­si­tät Hildesheim
  • Dr. Jan-Hauke Plaßmann, Minis­te­ri­um für Wissen­schaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg
  • Dr. Lars Handrich, DIW Econ

Monito­ring Netzwerkentwicklung

Für den weite­ren Netzwerk­aus­bau führt die Geschäfts­stel­le des Kompe­tenz­netz­werks Biblio­me­trie regel­mä­ßig inter­ne Bedarfs­for­schun­gen durch.

Data Protec­tion Declaration