BIBLIOMETRIE
Einführung Bibliometrie
Bibliometrie kann als Sammelbegriff für eine Reihe sehr spezifischer Formen der Messung bestimmter Indikatoren verstanden werden. Die Daten, die zu Erforschung und Messung bestimmter Indikatoren herangezogen werden, stammen aus der Forschung, aus der wissenschaftlichen Literatur und aus Patenten.
Beispielsweise hinterlässt jede wissenschaftliche Veröffentlichung Spuren verschiedener Informationen, die als Metadaten erhoben werden: Name des Autors, Titel, Forschungsgebiet, Erscheinungsjahr, Forschungsort und/oder Institution des Autors, Affiliation etc.
Die Bibliometrie ist also ein Weg, mit dem der Stand der Wissenschaft und Technik durch die Untersuchung von durch Publikationen erzeugten Metadaten analysiert werden kann.
Forschung mit und der Vergleich von verschiedenen bibliometrischen Daten kann also die Lage, Dynamiken und Tendenzen in Forschung und dem Wissenschaftssystem abbilden. Dies basiert auf der Idee, dass das zentrale Ergebnis wissenschaftlicher Forschung die Produktion von Wissen ist und die wissenschaftliche Literatur die Manifestation dieses Prozesses. Patente verweisen in diesem Zusammenhang auf einen Transferprozess wissenschaftlichen Wissens in Richtung industrieller Nutzung.
Digitales Fenster
Anwendung
Die Länder- und Institutionenkodierung wird durchgeführt von unserem Partner Institute for Interdisciplinary Studies of Science (I²SoS) in Bielefeld.
Die Institutionenkodierung greift zunächst auf Datensätze der Anbieter Web of Science (WoS) und Scopus zu und liefert in einem nächsten Schritt eine Zuordnung von deutschen Adressdatensätzen real existierender Forschungseinrichtungen. Hierbei berücksichtigt sie strukturelle Veränderungen der Institutionenlandschaft über die Zeit hinweg. So können wissenschaftliche Publikationen langfristig gesichert den Institutionen zugeordnet werden, in deren Kontext sie entstanden sind.
Showcase
Der Open Access Monitor Deutschland
Der Open Access Monitor Deutschland ist ein Tool, das den Publikationsoutput deutscher wissenschaftlicher Einrichtungen in wissenschaftlichen Zeitschriften erfasst. Damit bietet er Bibliotheken, Förderern und Forschenden ein frei verfügbares Tool zur Analyse von Publikationen, darin zu findenden Zitationen sowie Kostendaten. Zusätzlich werden Daten bestehender Quellsysteme wie der Datenbank des Kompetenznetzwerks Bibliometrie gesammelt und aggregiert. In einer frei verfügbaren Anwendungsoberfläche werden diese Daten dann nutzbar gemacht und in einem weiteren Schritt in wissenschaftlichen Publikationen veröffentlicht. So werden diese Erkenntnisse wieder der wissenschaftlichen Community und der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.
Weiterhin beobachtet und unterstützt der Open Access Monitor den Wandel des Publikationssystems hin zu Open Access. Dies geschieht durch andauernde Analysen von Subskriptions- und Publikationsausgaben. Durch eine teils wöchentliche Lieferung von Datenfeeds, bestehend aus den Quelldatenbanken, wird Nutzenden eine stets aktuelle Datengrundlage zur Verfügung gestellt. Durch die Möglichkeit, Suchanfragen in der Anwenderoberfläche zu filtern, werden unterschiedliche Nutzungsszenarien unterstützt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert die Weiterentwicklung und den Betrieb des Open Access Monitors Deutschland durch die Zentralbibliothek des Forschungszentrums Jülich im Projekt „OAM – Open Access Monitoring” (FKZ 16OAMO001).
Abbildung
Monitor zur Erfassung des Publikationsaufkommens deutscher akademischer Einrichtungen in wissenschaftlichen Zeitschriften. Analysen der Subskriptions- und
Publikationsaufgaben unterstützen die Transformation hin zu Open Access.

Verteilung der Geschäftsmodelle von Zeitschriften
Die Grafik gibt die aktuelle Verteilung der Geschäftsmodelle von Zeitschriften (33.150) auf Basis der Crossref Titelliste sowie der im OAM verwendeten Zeitschriftenlisten (DOAJ, DOAG, Transformationsverträge) an.

Verteilung der Zeitschriftenartikel in Deutschland
Die Grafik zeigt das Open/Closed Access Verhältnis der Zeitschriftenartikel (764.825) in Deutschland für die letzten fünf Jahre (2018–2022) auf Basis von Dimensions, Unpaywall sowie der im OAM verwendeten Zeitschriftenlisten (DOAJ, DOAG, Transformationsverträge) an.
Erfassung und Analyse bibliometrischer Indikatoren
Der Pakt für Forschung und Innovation (PFI) ist eine Vereinbarung zwischen Bund und Ländern sowie fünf Wissenschafts- und Forschungsorganisationen. Im Pakt für Forschung und Innovation erhalten die Wissenschafts- und Forschungsorganisationen finanzielle Planungssicherheit durch vereinbarte, jährliche Steigerungen der institutionellen Zuwendungen. Im Gegenzug haben sich die Paktpartner auf gemeinsame forschungspolitische Ziele verpflichtet. Für die laufende, vierte Phase haben sich die Paktpartner auf fünf zentrale, forschungspolitische Ziele geeinigt. Diese sind: 1. Dynamische Entwicklung fördern, 2. Transfer in Wirtschaft und Gesellschaft stärken, 3. Vernetzung vertiefen, 4. Die besten Köpfe gewinnen und halten, und 5. Infrastrukturen für die Forschung stärken.
Gegenstand des Projektes ist es, in jedem der Jahre 2022 bis 2026 einen auf Analysen bibliometrischer Indikatoren beruhenden Bericht für die vier außeruniversitären Forschungsorganisationen zu verfassen, und dabei auch das gesamte deutsche Wissenschaftssystem und dessen Entwicklung sowie Trends und Dynamiken zu erfassen und sowohl national wie auch international einzuordnen. In diesem Monitoring-Bericht wird ausschließlich auf bibliometrische Indikatoren zurückgegriffen. So sollen mit diesem Bericht für alle außeruniversitären Forschungsorganisationen in Deutschland nach einheitlichen Methoden erhobene bibliometrische Indikatoren bereitgestellt werden, die sowohl den Organisationen selbst, der GWK, als auch einer interessierten Öffentlichkeit empirische Fakten für die jeweils eigene Bewertung zur Verfügung stellen.